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32. Garde Panzerdivision mit dem Traditionsnamen "Poltawa"

 

Wie aus der auf unserer Internetpräsentation dargestellten Gliederung der sowjetisch/russischen Streitkräfte hervorgeht, gehörte die zuletzt als 32. Garde Panzerdivision bezeichnete Einheit zum Kern der im Jüterboger Raum stationierten Truppen. Ebenfalls dargestellt ist die Zusammensetzung der 32. PD hinsichtlich der ihr unterstellten Regimenter und Bataillone.

 

Die Bilder zeige Einheiten der Division 1968 bei ihrer Rückkehr nach Jüterbog vom Einsatz in der CSSR. Zu sehen sind ein Lkw SIL-157 mit gezogener Vierlingsflak sowie SPW 40 mit SPW 152 im Hintergrund.

 

  • SU_PD32_SIL-157_flak
  • SU_PD32_spw 40
  • SU_PD32_T-64_Wanne

 

 

Das rechte Bild zeigt die Wanne eines explodierten T-64 Kampfpanzers unweit der Unterkünfte des Panzerregiments in Jüterbog 2, Mitte der 90er Jahre aufgenommen. Es kam scheinbar öfter vor, dass dieses Waffensystem brannte und sogar explodierte, wie mehrere Wracks im Bereich des Truppenübungsplatzes vermuten lassen. Der modern konzipierte und technologisch sehr hochwertig gefertigte T-64 wurde seit seiner Einführung Ende der 60er Jahre das Rückrad der sowjetischen Panzertruppen. Seine Serienfertigung lief mit zahlreichen Modernisierungen bis 1987. Die Umstellung auf den T-80 wurde bis zur Wende bei den in Deutschland stationierten Truppen erst in Teilen vollzogen, die den als weniger anspruchsvoll geltenden T-72 überhaupt nicht zugeteilt bekommen hatten.

 

  • 5_T-64_198905_Abzug_JB

 

Hier haben wir es mit einem Foto aus dem Archiv St. Barbara zu tun, das bei einem an sich besonders erfreulichen Anlass entstanden ist. Nach Ankündigung von Truppenreduzierungen in der DDR durch die sowjetische Regierung werden Panzer vom Typ T-64 der 32. PD auf dem Bahnhof Jüterbog in Richtung Osten verabschiedet. Inwieweit es sich tatsächlich um Truppenreduzierungen gehandelt hat oder nur um weiträumige Verlegungen innerhalb der DDR dürfte noch nicht abschließend geklärt sein.

 

 

 

 

Hier drei Beispiele für die Ärmelabzeichen, wie sie von der Sowjetarmee am linken Oberarm der Ausgehuniform getragen wurden (Artillerie, Mot.-Schützen, Panzer).

 

Die Kampkraft einer Panzerdivision wird getragen von ihren Panzerregimentern. Am Beispiel des zur 32. PD gehörenden 343. Panzerregimentes wollen wir zeigen, aus welchen Komponenten sich ein Panzerregiment Ende der 80er Jahre zusammensetzt. Der Aufbau des 343. PR entspricht etwa dem sowjetischen Standard dieser Zeit.

 

343. Garde „Dembizkij“ Panzerregiment

Der Verband gehörte wahrscheinlich von Anbeginn zu der Division mit dem Traditionsnamen „Poltawa“. Und das durch alle Etappen der Entwicklung dieser Division: Luftlandedivision, Mechanisierte Division, Mot-Schützendivision und Panzerdivision (32. Gde. PzDiv).

Zunächst hieß der Verband 49. Gde.Mech.Rgt. (mechanisiertes Garderegiment). Daraus wurde um 1957 das 216. MSR (Mot-Schützenregiment). Aus dem 17. selbständigen Panzer-Bataillon des vorangegangenen Regiments wurde schließlich im Mai 1982 das 343. GdePzRgt (Garde Panzerregiment). Den Traditions- oder Ehrennamen "Dembizkij" hatte sich das Regiment im 2. Weltkrieg erworben.

Der als Panzerregiment etwa 1700 Mann starke Verband hatte die Feldpostnummer: 34999 und war in Jüterbog 2 im Bereich der Bülowstraße stationiert.

Die waffentechnische Gliederung und Befehlsstruktur war zuletzt wie folgt:

Regimentskommandeur

- Stellv. für Ausbildung

- Stellv. für politische Arbeit

- Stellv. u. Stabschef (SC)

- Stabskompanie ca. 65 Mann

- Stellv. d. SC "Operativ"

- Pz. Batl. mit je 31 T-80

- Pz. Batl. mit je 31 T-80

- Pz. Batl. mit je 31 T-80

- MotSchütz.-Batl. mit 43 BMP u. 497 Mann

- Stellv. d. SC u. Offz. f. Nachrichtendienst

- Pz. Aufkl. Kp., ca. 55 Mann,

- Pz-Aufkl.-Zug (Kette) mit drei BMP-2, drei RPK-74, ein Radar PSNR-2,

- Pz-Aufkl.-Zug (Rad), vier BRDM-2, vier RPK-16, ein Radar-Kfz.

- Motorradgruppe, drei Kräder

- Stellv. d. SC u. Offz. für Fernmeldedienst

- Fernmeldekp. ca. 50 Mann,

- Funk-Zug, HF, VHF u. Richtfunk

- Fernsprechzug

- Offz. Pioniertruppe

- Pionierkompanie, ca. 60 Mann,

- Pio-Zug zur Minenkampfführung mit Minenlege- u. Minenräumgeräte,

- Brückenlegezug mit drei Brückenlegepanzer MTU-3, vier Sturmbrücken TMM,

- techn. Zug mit Kran, Bagger, Planierraupe, Lkw-Kipper und Instandsetzungsfahrzeug

- Offz. ABC-Dienst

- ABC-Abwehrzug, ca. 25 Mann, drei ABC-Abwehrgruppen, 4 Kfz zur Dekontaminierung

- Stellv. d. Kdr. für Bewaffnung u. Technik

- Offz. Pz-Dienst (Kette)

- Offz. Kfz-Dienst (Rad)

- Instandsetzungskp, ca. 65 Mann,

- Kfz-Instandsetzungszug,

- Pz-Instandsetzungszug,

- Waffentechn. Instandsetzungszug,

- Bergezug,

- Sonderinstandsetzungszug (Schweißen, Batterie, Elektrik)

- Offz. Raketentechnischer Dienst (Muni)

- Chef Artillerie

- Führungsbatterie

- SFL-Art.-Abt., 27 SFL 122mm 2 S 1 GWOSTIKA, ca. 240 Mann,

- Stabszug mit Feuerleitpanzer, Laserentfernungsmesser u. Gefechtsfeldradar sowie drei Feuerbatterien

- Chef Truppenluftabwehr / TLA

- Führungsbatterie

- FlaRakBatl. mit 6 ZSU-23/4, 6 BMP mit je 3 SA-16

- Chef Rückwärtige Dienste

- Transportkompanie

- Sanitätskompanie

 

 

Als im Mai 1989 die 32. Panzerdivision von Jüterbog in die UdSSR zurück befohlen worden ist, wurde damit auch das 343. Garde Panzerregiment abgezogen.

 

  • SU_PD32_2 S 1 Gwostika

Die 2S1 Gwostika, wie sie in den Artillerieabteilungen der Panzerregimenter geführt wurde. Ein zu Ausbildungszwecken demilitarisiertes Rohr dieses System hat der Garnisongeschichtsvereins in der Ausstellung der Barbara-Halle.

 

Bei den Regimentern war die leichtere SFL mit einem Gefechtsgewicht von ca. 15,5t und einem Geschütz im Kaliber 122 mm im Einsatz, die auch schwimmfähig ist. Die Divisionsartillerie führte die 2S3M Akazia mit ca. 27,5t Gefechtsgewicht und einem Kaliber von 152 mm. Wie erheblich der Unterschied im Kaliber wirklich ist , zeigt ein Vergleich der Granatenmasse. Die 122 mm Sprenggranate wiegt ca. 21,5 kg während die 152 mm Sprenggranate auf ca. 43,5 kg kommt.

 




 


287. Garde-Panzerregiment

Der Verband gehörte von Anbeginn zu der Divison mit dem Traditionsnamen „Poltawa“. Und das durch alle Etappen der Entwicklung dieser Division: Luftlandedivision, Mechanisierte Division, Mot-Schützendivision und Panzerdivision (32. Gde. PzDiv).

Zunächst hieß der Verband 47. mechanisierte Garderegiment Gde.Mech.Rgt.. Daraus wurde um 1957 das 214. MSR (Mot-Schützenregiment). Aus dem Mot-Schützenregiment wurde im Rahmen einer Kampfkrafterhöhung schließlich im Mai 1982 das 287. GdePzRgt (Garde Panzerregiment).

Der als Panzerregiment etwa 1.700 Mann starke Verband hatte die Feldpostnummer: 60883 und war in Jüterbog 2 im östlich Teil der Bülowstraße in Richtung Neuheim stationiert.

Zur waffentechnische Gliederung und Befehlsstruktur siehe „Schwester“-Regiment Nr. 343.

Als im Mai 1989 die 32. Panzerdivision von Jüterbog in die UdSSR zurück befohlen worden ist, wurde damit auch das 287. Garde Panzerregiment abgezogen.

 

469. Artillerieregiment

Das 469. Selbstfahrlafetten (SFL)-Artillerie-Regiment als Teil der 32. Garde-Panzerdivision lag in Neues Lager, der so genannten Militärsiedlung Nr. 4. Seine Feldpostnummer lautete PP 60413.

Der Verband war rund 1 300 Mann stark. Sein Stab bestand aus dem Kommandeur, dem Stellvertreter des Kdr. für Ausbildung, dem Stellv. P/A, dem 1. Stellvertreter und Stabchef (SC) mit eigenem Stab und einer rund 75 Mann starken Führungsbatterie.

Dazu gehörten außerdem eine Aufklärungsbatterie, ein Fernmeldezug, ein Schallmeßzug, ein Vermessungszug, ein Zug des meteorologischen Dienstes, zusammen etwa 100 Mann stark. Für die Feuerleitung stand des weiteren zur Verfügung ein MT-LBu Artillerieführungskomplex 1 W-19 und drei 1 W-18, fünf Artillerie-Aufklärungs-Radargeräte PRP-3 und -4 auf BMP-Fahrzeugen montiert, sowie ein BMP 60 P mit der Funkstation R-156.

Unter Führung des Stellvertretenden Regimentskommandeurs und Leiter. Bewaffung gab es den Raketen-Waffentechnischen Dienst, den Kfz-Dienst, den Panzer-Dienst, eine Instandsetzungskompanie (zwei Instansetzungs-Kfz. SIL 131 mit Anhänger), eine Werkstatt und ein Materiallager.

Der Stellvertretende Regimentskommandeur und Ltr. Rückwärtige Dienste (RD) verfügte über je eine Verpflegungs-, B/A-, Transport- und Versorgungskompanie sowie ein Nachschublager. Insgesamt etwa 36 Kfz. mit Anhängern, darunter 8 Tankwagen mit Anhänger als Betriebsmittelzüge und drei Wassertankwagen mit Anhängern.

Die Feuerkraft des Regiments bestand in drei (SFL)-Artillerie-Abteilungen, jede mit drei SFL-Batterien, von denen jede drei Feuerzüge zu drei SFL hatte. Zusammen 81 Pz-Kanonenhaubitzen SO-152 2 S 3 „Akazia“ mit einer Reichweite von 18,5 km, mit RAP bis 24 km. Die SFL hatte eine Besatzung von vier Mann, einen Kampfsatz von 46 Granaten.

Neben den SFL-Art.-Abt. hatte das Regiment auch noch eine ca. 270 Mann starke Raketenwerfer-Abteilung (russ. Bataillon), ausgerüstet mit dem Mehrfachraketenwerfer (MRW) 18 BM-9p URAGAN. Später umgerüstet auf 18 Fahrzeuge BM-21 GRAD (dt. „Hagel“) von je drei Batterie mit je sechs Werfern.

 

 

BM-21 im Dreiseitenriss auf Ural Fahrgestell, wie er in der Divisionsartillerie Verwendung fand.