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Artillerie

 

Artillerie Regiment 636

Im Frühjahr 1940 wurde in Jüterbog das Art. Rgt. 636 aufgestellt. Als einer der drei Abteilungskommandeure ist der Jüterboger Bürgermeister Arvid BERGMANN als Hauptmann der Reserve eingesetzt worden. Acht Wochen währte die Zeit, bis jede Abteilung, bestehend aus dem Stab und drei Batterien, aufgestellt und kurz eingeübt war. Die Offiziere wohnten wie auch andere Artilleristen im Jüterboger Privatquartier. Im Mai 1940 wurde das Art.-Rgt. 636 per Bahn nach Trier befördert, von wo aus es den Frankreichfeldzug von Anbeginn mitmachte.

(Quelle: Henrik Schulze: Geschichte der Garnison Jüterbog, Osnabrück 2000.)

 

 

Ballonbatterie (mot) 100

 

Die Ballonbatterie (mot) 100 entstand im Winter 1939/40 in Dorf Zinna auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog. Ihr Kommandeur war Hauptmann LUYKEN. „Es gehörte einiges dazu,“ erklärt FROBEN, „um aus wenigen Spezialisten und zum größten Teil im Ballondienst unerfahrenen Soldaten und ungedienten Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren eine funktionsfähige Einheit aufzubauen.“ Ab Januar 1940 stand die Batterie am Westwall, machte anschließend den Frankreichfeldzug mit und kam dann an die Kanalküste, „um für das Unternehmen Seelöwe gerüstet zu sein.“ Am 22. Juni 1941 kämpfte die Batterie an der Ostfront bis Oktober 1942. Sie ist nach Jüterbog zurück kommandiert worden, um in der Heimatgarnison als Grundstock für vier neue Ballonzüge zu dienen, die einzelnen Beobachtungsabteilungen, wie den Beob. Abtlgn. 27 und 44, zugeführt wurden.

(Quelle: Henrik Schulze: Geschichte der Garnison Jüterbog, Osnabrück 2000.)

 

Wetterpeilzüge

Wetterpeilzüge hatte die Aufgabe, für die Artillerie meteorologische Daten, wie Windgeschwindigkeit, Luftdruck, Temperatur usw. zu messen und Prognosen für die nächste Zeit aufzustellen, um insbesondere für die weittragenden Geschütze die Ergebnisse in die Anwendung der Schießtabellen einfließen zu lassen.

Die Schießlehre berücksichtigt die Wetter-Einflüsse als einen festen Parameter. Liegen keine aktuellen Wettermeldungen vor, sind Schätzungen vorzunehmen bzw. müssen sich die Wetter-Einflüsse "erschossen" werden.


Der Wetterpeilzug 507, Feldpostnummer 36304, wurde aus der Ersatzbatterie für Wetterpeilzüge bei der Beobachtungslehrabteilung der Artillerieschule Jüterbog im Sommer 1940 gebildet. Vom 11. August bis zum 27. Oktober 1940 sollte seine Frontverwendungsfähigkeit hergestellt werden. Er verlegte aber vorfristig (20.7.) nach Frankreich, um an dem Unternehmen "Seelöwe", der Invasion auf den britischen Inseln, teilzunehmen. Er ist der Heeresgruppe C, dem Armeeoberkommando 2, unterstellt worden. Sein damalige Zugführer war Leutnant May.

Der 2006 verstorbene Ehrenlegionär von St. Barbara und damalige Unteroffizier Gerhard Heese als Meßstellenführer am Einsatzfahrzeug.

... und hier mit seiner Mannschaft.

Fertigmachen eines Freiballons mit einer meteorologischen Meßsonde 1940 bei der Meßstelle St. Pair in Frankreich.

 



Wetterpeilzug 510 und Versuchswetterzug "Würzburg". Rudolf Leisering, heute Ehrenlegionär bei St. Barbara, gehörte von September bis November 1941 zur 7. Batterie des Artillerielehrregiments (mot) 3 in Dorf Zinna (jetzt Neuheim). Am 14. November 1941 ist er zum Wetterpeilzug 510 bei der Heeresgruppe Nord versetzt worden. Die einzelnen Einsatzorte des WPZ 510 finden sich in der Barbara-Meldung Nr. 7, S. 7. Vom Oktober bis November 1944 fand Leisering Verwendung beim Versuchswetterzug "Würzburg", der als erster mit Hilfe der Würzburg-Geräte Wetterbeobachtung mit Hilfe von Radartechnik vornahm. Das rasche Vorrücken der Roten Armee machte der praktischen Anwendung dieser modernen Technik bald ein Ende.


Der Wetterpeilzug 535 ist vom 9. Juli bis zum 15. August 1943 in Riesdorf bei Jüterbog aufgestellt worden. Er bestand aus rund 50 Mann und Führung eines Leutnants. Je ein Unteroffizier leitete eine der drei Peilstellen, ein Unteroffizier die Ballonfüllstelle, zwei Unteroffiziere die Auswertungsstelle, und der Rest der Mannschaften waren Peiler, Funker und Kanoniere, die für das Eichen der Peilsender und Radiosonden zuständig waren, sowie als Kraftfahrer dienten.
Erster Führer des WPZ 535, Feldpostnummer 30861, war Leutnant Erich Müller. Der WPZ sollte zunächst zum Kriegseinsatz in den Osten, kam dann aber nach Frankreich (zunächst Marseilles), wo er einen dort stationierten Wetterpeilzug für dessen Osteinsatz ablöste.