Fehler
  • Der Administrator hat den Zugriff auf diese Website für Sie gesperrt

 Sturmartillerie-Abteilung 191

 


Unter der Bezeichnung Sturmartillerie-Abteilung 191 erfolgte die Aufstellung des Verbandes am 1. Oktober 1940 in Jüterbog. Sie gehörte zu den ersten vier selbständigen Abteilungen, die nach dem Frankreichfeldzug beim ALR (Artillerie-Lehrregiment) in Jüterbog aufgestellt worden waren.[1] Der bedeutende Offizier der Sturmartillerie HOFFMANN-SCHOENBORN[2] übernahm als Hauptmann das erste Kommando der Abteilung. Das Symbol der Abteilung war ein angreifender Büffel.[3]

Walter WOLTRON, der zum 10. Juni 1940 eine Einberufung zum Wehrdienst erhalten hatte, erfuhr seine Grundausbildung zunächst bei der Artillerie-Ersatz-Abteilung 262 in Znaim/Mähren. Im Oktober desselben Jahres nach Jüterbog versetzt, fand er bei der 8. Batterie des Artillerie-Lehrregiments 2 (mot) Verwendung. Im November erfolgte seine Versetzung zu der in Aufstellung befindlichen Sturmartillerie-Abteilung 191 und zwar in deren 2. Batterie.

Anfang Januar 1941 verlegte die Abteilung nach Rumänien,[4] wo am 7. Februar die Umbenennung in Sturmgeschützabteilung 191 geschah. Ab 1. Mai 1941 war die Abteilung in Bulgarien und nahm von hier aus am Griechenlandfeldzug teil. Unter HOFFMANN-SCHOENBORN, inzwischen Major, hatte die Brigade am griechischen Rupel-Paß ihren ersten Einsatz durchgeführt.[5] In dreitägigen Angriffen war damals die Bunkerlinie der Metaxas-Stellung ausgeschaltet worden. Nach der Beteiligung an den Kämpfen in den Gebirgsregionen Griechenlands erfolgte am 9. Mai schon wieder der Rücktransport ins Reichsgebiet. Dort ist bis Mitte Juni in Olmütz eine Auffrischung vorgenommen worden.

Am 18. Juli verlegte die Abteilung 191 in einen Bereitstellungsraum bei Chelm, aus dem heraus im Rahmen der 6. Armee (Feldmarschall v. Reichenau) die Teilnahme am Angriff auf die UdSSR erfolgte. Als Panzerspitze der 6. Armee setzte die Abteilung bei Uscilug über den Bug und stieß – ständig als Vorausabteilung – weiter nach Osten vor. Von ihr wurden Dubno, Radomyschl und Malin genommen. In Unterstellung unter die 98. ID (General Gareis) nahm sie am an der Öffnung des Brückenkopfes von Malin teil und fuhr dann auf Korosten vor, das ebenfalls von ihr mit erobert wurde.[6] Im weiteren Verlauf nahm die Abteilung an der Einnahme von Shitomir und schließlich Kiew teil. Ende September 1941 gab es eine weitere Auffrischung ostwärts von Kiew. Danach ist die Abteilung der 4. Armee zugeteilt worden.[7] Bis März 1942 kämpfte die Abteilung auf der Zufahrtsstrecke nach Moskau. Sie kam bis auf 30 km an die Hauptstadt. Am 24. Juli 1942 wurde Wolfgang KAPP Kommandeur der Abteilung.[8] Nach einer Auffrischung im Raum Mogilew verlegte sie am 1. Juni in das Gebiet Kursk-Woronesh. Vier Wochen später stand die Abteilung 200 km nordostwärts von Rostow, um an den Kämpfen am Don und den Vorstoß in die Kalmückensteppe teilzunehmen. Zu Beginn des Jahres 1943 waren Einsatzorte der Abteilung bei Woroschilowsk und im Mündungsgebiet des Kuban. Im April war eine abermalige Auffrischung fällig, die in Kertsch geschah.

Als am 28. Februar 1944 die Umbenennung in Sturmgeschütz-Brigade 191 erfolgte, lag der Verband in schweren Abwehrkämpfen bei Kertsch, dem die Teilnahme an Kämpfen auf der Krim folgten. Der Kommandeur der Abteilung, Alfred MÜLLER, erhielt das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Am 14. Mai verlegte die Brigade nach Konstanza. Im Rahmen einer weiteren Auffrischung geschah die Umstrukturierung zur Heeres-Sturmartillerie-Brigade 191 (29. Juli 1944). Ab August war die Brigade in Serbien eingesetzt. Der weitere Rückzugsweg führte sie über Ungarn und Slowenien bis nach Österreich, wo die Brigade ihre letzten Kämpfe bei Mur bestritt. Von dort gingen die Reste in britische Gefangenschaft.[9]



[1] K. KOLLATZ, Sturmgeschütze am Feind. 1941 – Die Sturmgeschützabteilung 191 in der Anfangphase des Krieges gegen die Sowjetunion. Der Landser, Heft 2095/ Neuauflage, Mai 1998, S. 4.

[2] Eine ausführliche Biographie des Generalmajor HOFFMANN/SCHOENBORN liefert Franz THOMAS, Sturmartillerie im Bild a.a.O.,S. 38-242, vgl. auch Henrik Schulze, Geschichte der Garnison Jüterbog, Osnabrück 2000, Kapitel 8.5 u. 12.2.1.

[3] siehe E. KAPITZ, Verbände und Einheiten der Sturmartillerie, Hammelburg 1998, S. 24.

[4] Franz THOMAS, Sturmartillerie im Bild a.a.O.,S. 38-242, zeigt Fotos aus der Geschichte der Abteilung, so auch vom Abmarsch aus Jüterbog nach Rumänien.

[5] K. KOLLATZ a.a.O.

[6] ebenda.

[7] THOMAS a.a.O. sowie persönl. Mitteilung von W. WOLTRON

[8] KAPP hatte schon im November 1935 einen Oberfähnrichkursus der Jüterboger Artillerieschule besucht. Als Chef der 2. Batterie hatte er mit der Sturmgeschütz-Abteilung 191 am Griechenlandfeldzug teilgenommen. Mitte Juni 1941 ist er noch einmal nach Jüterbog versetzt worden, um das Kommando über die 8. Batterie des ALR (mot) 2 zu übernehmen. Sie war damals die 2. Batterie der Sturmgeschütz-Lehrabteilung und lag in Forst Zinna. - pers. Schreiben „Erinnerungen an Jüterbog“ v. W. KAPP.

[9] KAPITZ, E. a.a.O., S. 24