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Sturmgeschütz-Abteilung 201

 

Der unter der Bezeichnung Sturmgeschütz-Abteilung 201 in Jüterbog formierte Verband hat das Aufstellungsdatum vom 19. März 1941. Schon vier Wochen später war die Abteilung in den Raum Warschau verlegt, wo sie in Bereitschaft stand für den Feldzug gegen die UdSSR.

Einer ihrer Angehörigen war der Jüterboger Richard ROTH, zuletzt als zivilangestellter Schlosser in Jüterbog 2 bei der III. Abteilung ALR (mot) 2 der Artillerieschule beschäftigt. Als er 1940 seinen Einberufungsbefehl erhielt, lag sein neuer Dienstort gleich vor der Haustür. In Forst Zinna absolvierte ROTH einen Lehrgang zum Kriegs-Werkmeister, um später bei der Sturmgeschützwaffe eingesetzt zu werden. Vier Abteilungen befanden sich nach seiner Erinnerung gleichzeitig dort in Aufstellung. Zunächst musste das Fahren mit Kettenfahrzeugen erlernt werden. Das geschah auf dem Jüterboger Truppenübungsplatz, längs der Bahnstrecke von Forst Zinna in Richtung Luckenwalde. Zum Abschluss der Ausbildung übernahm der Werkmeister einen etwa 25 Mann starken Instandsetzungszug (I-Trupp) der Sturmgeschütz-Abteilung 201 und reiste im Verband mit den Batterien der Abteilung nach Osten.

Vom ersten Kriegstag mit der Sowjetunion in Kämpfen stehend, führte der Weg der Abteilung bis 30 Kilometer vor Moskau. Dann ging es zur Auffrischung in den Raum Borisow, von wo die Abteilung im Juni 1942 in den Bereich Kursk verlegt wurde. Nach schweren verlustreichen Kämpfen am Don, beim Angriff auf Woronesh und anderen Orten, war die Einheit zum Jahreswechsel 1942/43 so weit aufgerieben, dass eine erneute Auffrischung nötig war. Am 27. Februar 1943 in Altes Lager angekommen, musste der Verband wegen Platzmangels in der Garnison in das 30 Kilometer entfernte Städtchen Baruth in Privatquartiere. Die 1. Batterie und der Stab kamen in der Stadt selbst unter, die 2. und 3. Batterie fanden in den Dörfern Paplitz und Mückendorf Quartiere. Nach kurzer Zeit der Ruhe ging es mit neuen Geschützen ausgestattet wieder an die Front. Als Datum der Neuaufstellung gilt der 31. Mai 1943.

Die kommende Aufgabe der Abteilung sollte es sein, eine drohende englische Invasion in Griechenland abwenden zu helfen. Im Juni 1943 dort angekommen, ist zum Jahresende ein neuer Auftrag erteilt worden: Partisanenbekämpfung in Jugoslawien. Die am 14. Februar 1944 in Sturmgeschütz-Brigade 201 umbenannte Einheit hatte dabei schwere Gefechte zu bestehen. Über Saloniki ging es Anfang 1944 nach Ungarn, wo die Brigade im Bereich der schwer angeschlagenen Heeresgruppe Mitte zur Verstärkung dienen sollte. Wie sich Richard ROTH erinnert, war die so lange an der Ostfront nicht mehr eingesetzte Abteilung einen gefechtstaktisch stark verbesserten Gegner nicht mehr gewachsen. Ihr Rückzugsweg führte über Budapest nach Kielce in Polen. Im Januar 1945 ist die Einheit noch zu einer Heeres-Sturmartillerie-Brigade umgewandelt worden. Doch schon am 20. Januar war die Brigade völlig zerschlagen gewesen. Wenige Reste sammelten sich bei Burg/Magdeburg und fanden bei der Aufstellung von Ersatzeinheiten noch einmal Verwendung.

(Quelle: H. Schulze, Geschichte der Garnison Jüterbog „Jammerbock“, Osnabrück 2000, u. E. Kapitz, Verbände u. Einheiten der Sturmartillerie, Hammelburg 1998.)